Andacht

Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten.

1.Chr 16,33 E

Liebe Leserinnen und Leser,

So tun es die Bäume in Waldheim, Geringswalde, Beerwalde, Tanneberg, Grünlichtenberg, im Lindicht und Tännicht und überall: sie strecken ihre Äste zum Himmel. Und so tut’s der Pfarrer im Gottesdienst mit seinen Armen auch.

Als ich bei unserem letzten Mitarbeiterausflug die Runde zusammenrief, wer etwas Typisches vom anderen nachspielen könne, hat man mich sofort wiedererkannt: Die Mitarbeiterin, die mich spontan spielte – übrigens unsere ausgebildete Gärtnerin – stand da wie ein Baum, streckte ihre Arme weit nach oben, zeichnete eine große Baumkrone und ließ die ausgebreiteten Zweige des Pfarrer-Reinald-Richber-Gebetsbaums in typischer Weise sogar schwanken ;-).

Ja, behalten Sie mich gerne so in Erinnerung – schmunzelnd und im Ernst!

Es war vor allem die Stelle am Anfang der meisten Gottesdienste: zum „Ehre sei Gott in der Höhe“ habe ich die Arme mit offenen Handflächen immer so weit wie möglich nach oben gerichtet und habe sie zu „und auf Erden Fried“ kreisrund nach unten ausgebreitet.

Bei den etwas festlicheren Gottesdiensten ging das sogar noch ein wenig ausdrücklicher, wo man in alter Manier singt: „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘ und Dank für seine Gnade. Darum, dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefall’n Gott an uns hat. Nun ist groß Fried‘ ohn‘ Unterlass. All Fehd‘ hat nun ein Ende.“

Also ja, einen Baum, der sich nach oben ausrichtet, aber auch die ganze Erde konnte man da in den Blick nehmen. Und eines hat mit dem anderen zu tun. Vom Himmel kommt das, was der Erde gut tut und Frieden bringt. Und ohne die offene Ausrichtung nach oben wird es auf Dauer mit keinem Baum etwas. Aber wer das Licht von oben aufnimmt, wird Luft und Leben ausbreiten, Frieden für alle.

Man kann sich dabei auch täuschen, meinen, das Licht des Verstandes habe einen geküsst. Man denkt selbst zu denken und sich seine eigene Meinung zu machen, aber betet als „freie Sachsen“ ausgemachten Widersinn nach, der nicht die Erde, sondern nur den Tellerrand der Selbstbehauptung im Blick hat.

Dagegen sollte der Spruch für diesen August damals schon Israel und allen Völkern sagen: Der Gott, den wir anbeten, ist der Gott der ganzen Erde und nicht anders!Und wenn wir Menschen vergessen haben, wie Leben wohl geht, dann können wir es von den Bäumen neu lernen – trotz dem, dass wir gerade so viele von ihnen verlieren, eben weil wir es vergessen haben…

Und wenn es nur noch ein Rest der Bäume wäre – sie jedenfalls werden „dem HERRN“ entgegenjubeln, wenn er die Erde richtet, sie denen entreißt, die sie zerstören und sie in neuer Weise aufbaut, wie es „kein Auge geschaut“ hat.

Vielleicht wäre die Welt auch heute schon mehr „in Ordnung“, so wie sich’s anfühlt, wenn wir die Arme heben. So tun es die Bäume. So wird es der Pfarrer Richber auch anderswo tun. So tun es in vielen Gemeinden der Welt alle. So tut es die Fußball-Elf, wenn das erlösende Tor gefallen ist und so tun es alle Fans mit ihr…

Aber da kann man ja wiederum auch ins Schwanken kommen 😉 … Herzlichst

Bäume
Bäume, Bildquelle: pixabay.com

Ihr/Euer Pfarrer Reinald Richber